Wenn man an die Uni wechselt, kommt meist auch die Zeit der ersten eigenen Wohnung, nach dem Motto: Klein, aber mein! Natürlich möchte man sie möglichst so einrichten, dass man sich wohl fühlt. Hier ein Stufenplan, der auch praktische Aspekte berücksichtigt.

Studenten sind noch keine Einrichtungsprofis und bringen auch noch nicht viel für die neue Wohnung mit. Das über die Jahre mitgewachsene Teenagerzimmer bei den Eltern hat ausgedient, es beginnt eine neue Lebensphase, man lernt neue Leute kennen. Oft bildet sich in dieser Zeit ein persönlicher Stil heraus. Aber die nötigen Einrichtungstricks hat man noch nicht drauf, genausowenig das manchmal nötige handwerkliche Können. Daher beginnen wir mit unseren Einrichtungstipps ganz am Anfang.

Schritt 1: Einen Plan anfertigen

Ideen entstehen im Kopf und werden dann zunächst auf Papier gebracht. So erhalten sie eine konkrete Form und man erkennt, was machbar ist. Ein Grundriss des Raumes auf weißem oder kariertem Papier im Maßstab 1:20 verleiht eine Vorstellung von den Möglichkeiten. Dazu misst man den Raum vorher aus. 1 cm auf dem Blatt entspricht 20 cm im Raum. Fenster, Türen, Heizkörper, Steckdosen, Lichtschalter, Lampenanschlüsse und andere feste Elemente wie ein Herd oder Waschbecken müssen eingezeichnet werden. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, in welche Richtung sich die Tür öffnet sowie, welchen Platz sie beim Aufschwingen benötigt. Damit steht die Basis – der kreative Teil kann beginnen.

Schritt 2: Welche Möbel kommen hinein?

Anschließend überlegt man, was man im Zimmer braucht. Ein Bett, ein Kleiderschrank, ein Schreibtisch und ein Stuhl gehören meist dazu. Vielleicht noch ein Esstisch, ein Sofa, ein Bücherregal oder ein anderes Möbelstück nach Wunsch. Die Möbel, die aus dem alten Zimmer mitkommen, zeichnet man auf Papier, ebenfalls im Maßstab 1:20, und schneidet sie anschließend aus. Für die Möbel, die noch dazukommen, nimmt man ein Standardmaß. Die ausgeschnittenen Zeichnungen schiebt man hin und her, bis sich die optimale Position herausbildet. Zu achten ist auf Laufwege und Bewegungsfreiheit. Passt alles hinein? Prima!

 

Schritt 3: Den Platz gut nutzen

Die erste Wohnung ist meist nicht sehr groß und Platz knapp. Für den Anfang daher nicht zu massiven Möbeln greifen, sie wirken zu wuchtig und lassen das Zimmer noch kleiner erscheinen. Eine raumsparende Lösung sind multifunktionale Möbel. Auf einem Schlafsofa kann man tagsüber sitzen und nachts schlafen. An einem Esstisch kann man auch arbeiten, wenn das Geschirr weggeräumt ist, oder essen, wenn die Bücher weggeräumt sind.

 

Schritt 4: In die Höhe gehen

Man sollte den Raum auch in der kompletten Höhe nutzen, beispielsweise mit einem Hochbett, durch das eine weitere Etage entsteht. Viele Altbauten in Innenstädten haben noch sehr hohe Decken. Kommt man in diesen Genuss, sollte man etwas daraus machen. Bei einem Zimmer von normaler Höhe kann schon ein halbhohes Bett etwas bringen. Darunter ist immer noch Platz für Schubladen oder ein kleines Bücherregal.

Schritt 5: Stauraum schaffen

Ein aufgeräumtes Zimmer wirkt größer und geräumiger. Natürlich verlangt das ein wenig Disziplin, aber mit guten Aufbewahrungslösungen kann es sogar Spaß machen. Auch hier ist Kreativität gefragt. Zuerst sollte man überlegen, an welchem Ort man welche Arbeiten vornimmt. Dort ist der richtige Platz für das notwendige Zubehör. Lebt man in einer WG, kann man die passenden Objekte in den Gemeinschaftsräumen unterbringen, zum Beispiel Töpfe in der Küche. Den Platz unter dem Bett kann man gut mit Boxen auf Rädern nutzen. So ist alles schnell zur Hand.

 

Schritt 6: Schöne Dinge für wenig Geld

Typischerweise steht einem für die erste Wohnung noch nicht so viel Geld zur Verfügung. Trotzdem möchte man es gemütlich haben. Oft kommen Familie und Freunde zu Hilfe: Eine Nachfrage, welche Möbel sie nicht mehr nutzen, kann sich lohnen. Vielleicht kommt ein schöner alter Esstisch oder Schrank zum Vorschein, der frisch lackiert zum Hingucker wird. Geeignete Farben gibt es in allen Nuancen! Wer eine kreative Ader hat, kann aus zerschlagenen alten Fliesen ein schönes Mosaik auf der Tischplatte anfertigen. Ein düsteres Bücherregal kann man mit Stoff oder Papier auskleiden. Ein moderner, individueller Look, der nicht das Budget sprengt!

Schritt 7: Weg mit den alten Teppichen!

Der Bodenbelag ist meist eine teure Investition. Doch bevor man sich in Unkosten stürzt, sollte man erst einmal nachschauen, was sich unter der verschlissenen Auslegewahre befindet. Mit etwas Glück kommt ein vergessener massiver Holzboden zum Vorschein, den man durch Polieren oder Streichen wieder auf Vordermann bringen kann. Für kleine Wohnungen bietet es sich auch an, nach günstigen Restbeständen Ausschau zu halten, sei es Laminat oder ein anderes Material wie Linoleum oder Kiefernholz. Vielleicht hilft ein handwerklich begabter Freund beim Verlegen. Die Leisten sollten in jedem Fall die Farbe des Bodens haben, so wirkt der Raum größer.

Schritt 8: Wie wirkt der Raum größer?

Farbe spielt immer eine Rolle, wenn ein Raum größer erscheinen soll. Die Regel lautet: Je heller die Farbe, desto größer wirkt der Raum. Auch kühle Farben wie Blau wirken raumvergrößernd, wohingegen warme Töne wie Rot den Raum optisch verkleinern. Mit Spiegeln kann man tolle Effekte schaffen, vor allem, wenn sie bis zum Boden gehen. Der Raum wirkt dann an der Stelle doppelt so groß. Ein großes Foto oder eine Fototapete mit räumlicher Tiefe erweitern den Raum ebenfalls um eine Dimension. Genügend Tricks also, damit die Wohnung imposanter wird.